Nordhorn: Ein Wasserparadies mit Innenstadt-Insel

Ein Einkaufsbesuch in Nordhorn ist eine kleine Zeitreise. Traditionell rot sind die Ziegel vieler Häuser und bis heute prägen sie das Bild der Kreisstadt der Grafschaft Bentheim. Denn Nordhorn blieb von Kriegsschäden weitgehend verschont. Ziegelrot ist auch die katholische St.-Augustinus-Kirche, 1913 auf dem ehemaligen Burggelände erbaut, mit Kuppel, Bogengang und dem 45 Meter hohen Glockenturm. Die Alte Kirche am Markt wiederum wurde bereits im 15. Jahrhundert - aus Bentheimer Sandstein - errichtet. Beide Gotteshäuser bestimmen die Nordhorner Stadtsilhouette bis heute.

Traditionelle Textilproduktion live

Wenn Sie durch die Innenstadt schlendern, erzählt Ihnen auch das Wohn- und Geschäftshaus des früheren Bürgermeisters und Chemiefabrikanten Ernst Firnhaber an der Hauptstraße von den vergangenen Zeiten. Ein herrschaftliches Bürgerhaus mit klassizistischen Bauelementen aus dem 18. Jahrhundert. Geschichte anschaulich machen auch die über einhundert Jahre alten Villen von damals ansässigen Textilfabrikanten - nach holländischen Vorbildern erbaut. Industriegeschichte wurde in Nordhorn nicht zuletzt von der Textilfabrik Povel geschrieben, die 1979 ihr Tore nach fast hundertjähriger Produktion schloss. Als letzter Zeuge der wirtschaftlichen Blütezeit zu Beginn des letzten Jahrhunderts ist der frühere Spinnereiturm als Industriedenkmal erhalten geblieben. Heute ist darin das Stadtmuseum Povel untergebracht.

Wenn Sie hier Ihren Einkaufsbummel unterbrechen, können Sie sich mit der Stadt- und vor allem der Textilgeschichte vertraut machen und in der Alten Weberei Textilproduktion sogar live erleben. Seit April 2011 sind in der Ausstellung "Menschen, Mode und Maschinen - Textilkultur und Textilgeschichte aus Nordhorn" im ehemaligen NINO-Hochbau (NINO-Allee 11) von Karl Lagerfeld gestaltete Vorhänge oder Modefotos von Starfotografen wie Helmut Newton und Charles Wilp zu bestaunen - alle verwoben mit der Textilgeschichte dieser Stadt.

 

Shopping im Mondschein

In der Innenstadt finden Sie beste Einkaufsmöglichkeiten, so in der Hauptstraße und der Hagenstraße. Wetterfest shoppen können Sie in den Geschäften der Vechte Arkaden gleich ums Eck. Und auch der Nordhorner Stadtteil Blanke entwickelt sich immer mehr zu einer attraktiven Shopping-Meile. Mittlerweile ist Nordhorn sogar ausgezeichnet worden, und zwar zur "1a-Einkaufsstadt" vom Düsseldorfer Fachverlag "markt intern", übrigens als erste Stadt in Niedersachsen. Vielleicht hat dazu auch das Moonlight-Shopping unter dem Motto "Feuer, Wasser, Licht" beigetragen, das alljährlich am längsten Samstag des Jahres mit einem Laternenumzug durch die Innenstadt eröffnet wird. Schwedenfeuer genannte, sacht brennende Baumstümpfe vor den Geschäften, Fahrten mit dem Vechtestromer bei Mondschein und mit Lampions geschmückte Boote und Brücken sorgen für eine romantische Einkaufsatmosphäre. Mit Sekt, Punsch und Snacks werden Sie in den Shops bei Laune gehalten.

Historischer Markt im April

Im Grafschafter Brauhaus im Gebäude der Alten Weberei werden Sie das ganze Jahr über verköstigt und versorgt mit leckerem Essen und selbstgebrautem Bier. Delikatessen erwarten Sie auch auf dem Nordhorner Wochenmarkt. Jeden Mittwoch und Samstag vormittags am Marktplatz an der Alten Kirche oder immer donnerstags auf dem Blankeplatz finden Sie nicht nur frisches Obst und Gemüse, Backwaren, Blumen oder Kleiderstände, sondern auch Wurst vom Bunten Bentheimer Schwein, Bauernkäse aus eigener Herstellung oder Matjes als Imbiss zwischendurch. Einmal im Jahr, jeweils im April, ist Holschenmarkt, ein historischer Handwerkermarkt mit viel Tradition und Brauchtum der sich durch die gesamte Innenstadt vom Schweinemarkt bis zum Neumarkt zieht. Hier können Sie Kunsthandwerk kaufen, Trachtengruppen zuschauen und historische Modenschauen bewundern.

Insel mit Zugang zum Meer

Doch kein Marktbesuch oder Shoppingbummel ohne Bootsfahrt. Denn Nordhorn ist eine Wasserstadt. Die Innenstadt liegt auf einer Insel und Nordhorn wird insgesamt durch die Vechte und den Vechtesee geprägt. Im Mittelalter hatte die Vechte sogar einen direkten Zugang zum Meer. Die Flusslandschaft und die Kanäle dienen heute zur Erholung, vor über 100 Jahren wurden sie zum Transport und zur Entwässerung der Moorgebiete gebaut. Wenn Sie sich für das Leben an Bord, nautische Geräte und historische Schiffsmodelle interessieren, dann schauen Sie im Schifffahrtsmuseum in der Lingener Straße vorbei. Der Frühsommer steht mit dem jährlich stattfindenden Fest der Kanäle ganz im Zeichen des Wassers. Zwischen den fünf Veranstaltungsorten an den Nordhorner Kanälen pendeln dann kostenlose Shuttle-Boote und ein Oldtimerbus.

Ja, mir san mim Fietse da!

Das beliebteste Verkehrsmittel der Nordhorner ist allerdings nicht das Schiff, sondern das "Fietse" und die Grafschaft Bentheim gewann bereits zwei Mal den Preis für den fahrradfreundlichsten Landkreis Niedersachsens. Ob durch die Stadt, die Heidelandschaften in der Umgebung, ob über die "grüne Grenze" in die benachbarten Niederlande oder entlang der Vechte auf den Spuren der Skulpturenroute "kunstwegen" mit zeitgenössischen Kunstwerken - für die Besucher ergeben sich vielfältige Ausflugsmöglichkeiten im Einkaufs-, Mondschein-, Wasser- und Fahrradparadies Nordhorn.

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VVV Nordhorn
Firnhaberstrasse 17
D-48529 Nordhorn
Tel: + 49 (0) 5921 / 80 39 0
www.vvv-nordhorn.de

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