Internationaler Naturpark Bourtanger Moor

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Internationaler Naturpark Moor: alles zum Thema Moor

Das niederländisch-deutsche Grenzgebiet zwischen Nordhorn und Groningen war Jahrtausende lang ein wüstes und undurchdringbares Moorgebiet. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Moor kultiviert. Im Internationalen Naturpark Moor, auf der Grenze von Drenthe und dem Emsland, findet sich noch ursprüngliches Hochmoor. An einigen Stellen, wo früher Torf gestochen wurde, kann die Natur jetzt wieder ihren Lauf nehmen und so entsteht langsam wieder ein typisches Moorbiotop. Im Naturpark sind Naturliebhaber herzlich willkommen. Die beste Art, diese einzigartige Natur kennenzulernen, ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad. An Informationen unterwegs mangelt es nicht. Neben zentralen Anlaufstellen wie Museen, gibt es verschiedene thematische Routen, Aussichtsplattformen und Erlebnis- und Infopfade.

Wissenswertes rund um das Thema Moor, Ausflugstipps für die ganze Familie und die schönsten Rad- und Wanderrouten erhalten Sie im kostenlosen Flyer "Moor ist unsere Natur".

Viel Hintergrundinformation in den Moorpforten

Die Moorpforten sind sieben Anlaufstellen, die den "Zugang" zum Naturpark erleichtern. Neben Museen über die verschiedenen Aspekte des Moors, gibt es drei Informationspunkte, die andere Perspektiven des Moors thematisieren wie beispielsweise das Van-Gogh-Haus in Nieuw-Amsterdam: die ehemalige Unterkunft von Familie Scholte, bei der Vincent van Gogh 1883 einige Monate verbrachte, um die umliegende Moorlandschaft und die Moorbauern zu malen. Obwohl hier keine Gemälde von Van Gogh zu sehen sind, wird mit Hilfe von Informationstafeln, die viele Zitate aus den Briefen an seinen Bruder Theo zeigen, ein gutes Bild seiner Lebens- und Gedankenwelt gegeben. Ungeachtet dessen, dass er durch die lokale Bevölkerung nicht akzeptiert wurde, fühlte er sich doch sehr von der Landschaft in Drenthe angezogen. Die echten Van Gogh-Fans interessieren sich vor allem für sein Schlaf- und Arbeitszimmer: das Bett sieht heute noch immer so aus, als wäre Vincent gerade erst aufgestanden, auf dem Tisch liegen noch Malutensilien. Die beste Art, um nach Veenoord zu reisen, ist mit der Snikke "Johannes Veldkamp". Mit so einer Treckschute reiste Vincent van Gogh damals nach Nieuw-Amsterdam.

Emsland Moormuseum in Geeste

Während eines Besuchs im Emsland Moormuseum in Geeste erfahren die Besucher alles über die Erschließung des Moors. Im niederländischen Teil des Bargermoors wurde schon im 17. Jahrhundert erfolgreich mit der Kultivierung begonnen. Auf der deutschen Seite missglückten die Versuche, da keine Infrastruktur vorhanden war. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Staatsgelder in das unfruchtbare Emsland gesteckt wurden, um Baugrund für die vertriebenen Deutschen aus dem ehemaligen Deutschen Reich zu schaffen, wurden große Teile des Moores abgebaut. Das Symbol hierfür ist "Mammut", der größte Dampfpflug der Welt, womit in den 50er und 60er Jahren viele Hektar Land für Wohnflächen und die Landwirtschaft nutzbar gemacht wurden. Der Pflug holte das Ackerland nach oben und zerkleinerte die undurchdringbare Schicht unter dem Moor, so dass danach das Wasser einsickern konnte.

Erkundungstouren mit dem Fahrrad

Zu jeder Jahreszeit strahlt das Moor eine eigene Atmosphäre aus. Im Frühling, wenn das Wollgras, seine weißen Fruchtflocken trägt, ist die Stimmung nicht zu vergleichen mit dem Herbst, wenn geheimnisvolle Nebelschleier über den Moortümpeln hängen. Einige Fahrradrouten durchqueren den Naturpark. Überraschend: der moor-energie-erlebnispfad, eine 12 km lange Wander- und Fahrradroute zwischen dem Moormuseum in Geeste - Groß Hespe und dem Erdöl-/Erdgasmuseum in Twist. Das der hier abgebaute Torf früher als Brennstoff diente ist bekannt, aber nicht dass hier das größte Erdölfördergebiet Deutschlands liegt. Aber die "nickenden" Tiefpumpen sind der Beweis. Die Infopunkte unterwegs machen Themen rundum Moor und Energie sicht- und erlebbar. Neben der Entstehung des Bourtanger Moor und der industriellen Torfgewinnung wird auch die Entstehungsgeschichte und die Gewinnung von Erdöl und Erdgas erzählt. Am Infopunkt "Renaturierung" ist nachzulesen, welche Maßnahmen getroffen wurden, um nach der industriellen Moorgewinnung das wertvolle Moor wieder in seinem alten Glanz erstrahlen zu lassen. Auch die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt wird vorgestellt. Andere Leerpfade sind zu Fuß zugänglich. Zum Beispiel "moor land schaffen " - eine Entdeckungstour über das Wiedervernässen eines 40 Hektar großen Gebiets in Twist. Der 1 km lange Rundweg ist sowohl für Jung als auch für Alt spannend. Von dem Aussichtspunkt aus kann die Natur mit dem Fernglas beobachtet werden. Mit dem Flora und Fauna Memory wird das Bestimmen der Pflanzen und Tiere ein Kinderspiel. Beim Thema Torfabbau kann jeder selbst mit anpacken und die Ärmel hochkrempeln.

Unterwegs mit dem Naturführer

Während einer Führung mit einem Naturführer lernt der Besucher die Flora und Fauna des Moors intensiv kennen. Von März bis November findet jeden Monat je eine niederländisch- und deutschsprachige Führung statt, mal zu Fuß, mal mit dem Fahrrad. Jedes Mal werden andere Aspekte des Moors thematisiert, oft abhängig von der Saison. Außerdem ist ein paar Mal im Jahr ein einzigartiges privates Moorbiotop zugänglich. Der Naturguide Johannes Quappen erzählt alles über das kleinste Stück Moor im Naturpark.

Kräuterhof Rosen

Am Rande des Waldes bei Geeste liegt der Kräuterhof Rosen. Neben dem Kräuterhof mit medizinischen Pflanzen, sind es vor allem die heimelige Bauernhofatmosphäre und die herrlichen Kuchen und Flammkuchen, die Besucher von Nah und Fern anlocken. Überall sind hübsche Beete und Ecken mit schönen Dekorationsideen und antiken Haushaltswaren. In der Remise finden Bastelworkshops statt und werden selbstgemachte Produkte wie Marmelade und Kräutermixe verkauft. Im restaurierten Bauernhof ist eine Auswahl an historischen Puppen ausgestellt. In der Rosenkammer ist alles von Kissen, über Porzellan bis zur Bettwäsche mit Rosen dekoriert.

Kontakt

Internationaler Naturpark Bourtanger Moor- Bargerveen e.V.
Ordeniederung 2
D-49716 Meppen
Tel: 0049 (0)5931 - 44 22 77
info@naturpark-moor.eu
www.naturpark-moor.de