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Fabriceurspad: Von neuen und alten Handelsgeschichten

"Waarheen, Waarvoor", sang Mieke Telkamp, eine der berühmtesten Töchter der Stadt Oldenzaal, ein Lied, für das sie 1971 eine Goldene Schallplatte erhielt.

Wohin, wozu, das mag sich auch der ein oder andere Wanderer fragen, was sich mit dem Hinweis auf die waldreiche und nur leicht hügelige und somit für Ausflüge besonders gut geeignete Landschaft in der Umgebung Oldenzaals jedoch leicht beantworten lässt. Wenn Sie Ihre Wanderstiefel geschnürt und der Stadt den Rücken zugekehrt haben, werfen Sie noch einmal einen Blick zurück auf den erhabenen Turm der im Jahr 954 erbauten Basilika St. Plechelmus - der diente Menschen bereits seit Jahrhunderten als Orientierungspunkt.

Händler als Grenzgänger

Verlassen Sie die Stadt in östlicher Richtung, können Sie sich - neben dem Noaberpad - auf den rund 50 Kilometer langen Fabriceurspad (dt. Fabrikantenpfad) begeben. Der leicht zu gehende Wanderweg entlang der weiß-roten Markierungen bewegt sich auf den Spuren niederländischer Handelsreisender, die auf dieser Geschäftsroute frührer ihre Waren nach Deutschland brachten. Und auch wenn sich die Produktpalette heute geändert haben mag, Deutschland ist für die Niederlande immer noch wichtigster Handelspartner.

Die Dinkel, ein uralter Fluss

Nachdem Sie in Oldenzaal gestartet sind, passieren Sie das Tal der Dinkel, deren Flusslauf bereits nach dem letzten großen Eisvorschub vor 110.000 Jahren seine Konturen bekam. Sie durchqueren eine Landschaft mit langgestreckten Hügelkämmen, Wäldern, Heidefeldern, Äckern und Weiden - und halten sich in Richtung Denekamp, Verwaltungssitz der Gemeinde Dinkelland. In Denekamp gibt es mit "Natura Docet" das älteste regionale Naturkundemuseum der Niederlande, 1911 gegründet, das allerdings aufgrund des Umbaus in ein Erlebnismuseum bis Mitte 2013 nicht zu besichtigen ist.

Schleusenhäuschen als Baudenkmal

Beim niederländischen Denekamp kreuzt der Nordhorn-Almelo-Kanal die Dinkel. Er wurde zwischen 1870 und 1904 erbaut, der letzte Torfkahn durchquerte im Jahre 1960 das Gewässer. Inzwischen hat sich hier ein Biotop für Pflanzen, Fische und Vögel entwickelt. Der Kanal steht unter Denkmalschutz, was auch für das über 100 Jahre alte Schleusenhäuschen bei Denekamp gilt. Haben Sie auf der Wanderroute entlang des Schifffahrtsweges die ehemalige Textilhochburg Nordhorn im äußeren Südwesten Niedersachsens erreicht, genießen Sie eine Auszeit in einem der Restaurants am Vechtesee oder umschiffen Sie unter abenteuerlich niedrigen Brücken hindurch die Innenstadtinsel.

Fast 1030-jährige Ortsgeschichte

Weiter geht es den Ems-Vechte-Kanal entlang, der die Vechte in Nordhorn mit der Ems in Hanekenfähr südlich von Lingen verbindet. Lingen ist Zielort Ihrer Wanderung, die größte Stadt im Landkreis Emsland, die 975 erstmals erwähnt, bereits 1227 stadtähnlichen Charakter hatte. Spätestens wenn Sie dann zwischen den Giebelhäusern am Lingener Marktplatz sitzen, die müden Füße ausgestreckt, sollte sich "Waarheen, Waarvoor" beantwortet haben - denn Gründe lagen auf dem Fabriceurspad wohl genug.

Kontaktdaten

VVV ANWB Oldenzaal

St. Plechelmusplein 5
NL-7571 EG Oldenzaal
Tel: + 31 (0) 54 1 / 52 40 23
www.vvvoldenzaal.nl

TOP-Geokoordinaten
 52.311852, 6.92898

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VVV Denekamp
Nicolaasplein 2a
NL-7591 MA  Denekamp
Tel.: +31 (0) 541 / 355752
info@vvvdenekamp.nl
www.vvvootmarsumdinkelland.nl

TOP-Geokoordinaten
52.374892, 7.005626

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VVV Nordhorn
Firnhaberstrasse 17
D-48529 Nordhorn
Tel: + 49 (0) 5921 / 80 39 0
www.vvv-nordhorn.de

TOP-Geokoordinaten
52.435921, 7.073711

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Lingen Wirtschaft + Tourismus e.V.
Neue Straße 3 a
D-49808 Lingen (Ems)
Tel. +49 (0)591 / 9144144
www.lwt-lingen.de

TOP-Geokoordinaten
52.52147, 7.315732

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