Städtereise nach Paris

Eine Städtereise nach Paris dauert typischerweise drei bis vier Tage – lang genug, um die zentralen Sehenswürdigkeiten zu sehen, kurz genug für ein verlängertes Wochenende. Von den meisten deutschen Flughäfen erreichen Sie Paris in etwa 1,5 Stunden Flugzeit, mit dem TGV ab Köln in rund 3 Stunden 15 Minuten und ab Frankfurt in etwa 4 Stunden. Für ein Wochenende zu zweit sollten Sie mit Unterkunft, Anreise, Eintritten und Verpflegung je nach Reisezeit und Ansprüchen mit etwa 400 bis 900 Euro pro Person rechnen.

Die beste Reisezeit für eine Städtereise nach Paris liegt im Frühling (April bis Juni) und im Frühherbst (September und Oktober). Dann liegen die Temperaturen meist zwischen 15 und 25 Grad, und die großen Touristenmassen des Hochsommers bleiben aus. Wer ein knappes Budget hat, findet zwischen November und März die günstigsten Hotelpreise, muss aber mit kühlem, oft regnerischem Wetter rechnen. In den folgenden Abschnitten finden Sie alles, was Sie für die Planung brauchen: Anreise, Fortbewegung, Unterkunft, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit Preisen und konkrete Vorschläge für einen Kurzurlaub.

Was kostet eine Städtereise nach Paris und wie plant man sie?

Der größte Kostenblock ist die Unterkunft. Ein Doppelzimmer in einem Mittelklassehotel im Zentrum kostet je nach Saison etwa 120 bis 200 Euro pro Nacht, in einfachen Hotels oder Hostels beginnt es bei rund 60 bis 90 Euro. Zentral und gut angebunden wohnen Sie im Marais (3./4. Arrondissement), im Quartier Latin (5.) oder rund um Saint-Germain-des-Prés (6.). Wer es ruhiger und günstiger mag, sucht in den Arrondissements 11 bis 13, von wo aus die Metro Sie in 10 bis 15 Minuten ins Zentrum bringt.

Für einen Aufenthalt von drei Tagen empfiehlt sich der Paris Museum Pass, der Eintritt zu über 50 Museen und Denkmälern bietet. Er kostet rund 70 Euro für zwei Tage und etwa 90 Euro für vier Tage und lohnt sich, sobald Sie mehr als drei kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besuchen wollen. Ein realistischer Tagesablauf umfasst zwei bis drei größere Programmpunkte plus Wege und Pausen – Paris lässt sich zu Fuß und mit der Metro gut erschließen, aber die Distanzen sind größer, als sie auf der Karte wirken.

Wie reisen Sie nach Paris an und wie bewegen Sie sich in der Stadt?

Paris hat zwei internationale Flughäfen: Charles de Gaulle (CDG) liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich, Orly (ORY) rund 13 Kilometer südlich des Zentrums. Vom Flughafen Charles de Gaulle fährt der RER B in etwa 35 Minuten zur Station Châtelet–Les Halles; das Ticket kostet rund 11 bis 12 Euro. Mit dem Zug kommen Sie am Gare du Nord oder am Gare de l’Est an – beide liegen direkt im Stadtgebiet und sind an das Metronetz angeschlossen.

Für die Fortbewegung vor Ort ist die Metro das wichtigste Verkehrsmittel: 16 Linien decken die ganze Stadt ab, ein Einzelticket kostet etwa 2,15 Euro. Praktischer ist die aufladbare Navigo Easy-Karte oder das Zehnerpaket (Carnet), mit dem der Einzelfahrpreis sinkt. Für unbegrenzte Fahrten gibt es das Tagesticket Navigo Jour ab rund 8,65 Euro. Ergänzend fahren Busse und Straßenbahnen; das Leihradsystem Vélib’ bietet Stationen in der ganzen Stadt mit Tagestarifen ab wenigen Euro.

Sehenswürdigkeiten

  1. Eiffelturm: Das Wahrzeichen von Paris misst heute 330 Meter (mit Antenne) und wurde 1889 zur Weltausstellung errichtet – ursprünglich als temporäres Bauwerk geplant. Es gibt drei Ebenen; die Aussichtsplattform der zweiten Etage liegt auf 115 Metern, die Spitze auf 276 Metern. Tickets kosten für Erwachsene je nach Weg etwa 14 Euro (Treppe bis zur 2. Etage), rund 22 Euro (Aufzug bis 2. Etage) und rund 35 Euro (Aufzug bis zur Spitze). Buchen Sie online vorab, sonst warten Sie an gut besuchten Tagen leicht ein bis zwei Stunden. Jede Nacht zur vollen Stunde funkelt der Turm für fünf Minuten – am besten sichtbar vom Trocadéro auf der gegenüberliegenden Seineseite.
  2. Louvre: Das größte Kunstmuseum der Welt zeigt auf über 70.000 Quadratmetern rund 35.000 Exponate von insgesamt mehr als 380.000 Objekten. Untergebracht ist es in einem ehemaligen Königspalast, der Eingang führt durch die gläserne Pyramide im Innenhof. Bekanntestes Werk ist die Mona Lisa von Leonardo da Vinci, daneben die Venus von Milo und die Nike von Samothrake. Der Eintritt kostet rund 22 Euro, das Museum ist dienstags geschlossen. Wer die Highlights sehen will, plant mindestens drei Stunden ein und startet früh: Der Bereich um die Mona Lisa ist ab dem späten Vormittag stark überfüllt.
  3. Notre-Dame: Die gotische Kathedrale auf der Île de la Cité wurde ab 1163 erbaut und über rund 200 Jahre vollendet. Nach dem verheerenden Brand vom April 2019 wurde sie umfassend restauriert und im Dezember 2024 wiedereröffnet. Der Besuch des Innenraums ist kostenlos; zu Stoßzeiten empfiehlt sich eine vorab reservierte Zeitfenster-Buchung. Beeindruckend sind die 33 Meter hohen Gewölbe, die Rosettenfenster aus dem 13. Jahrhundert und die große Orgel mit rund 8.000 Pfeifen. Vor der Kathedrale markiert der „Point Zéro” den Nullpunkt, von dem aus alle Entfernungen in Frankreich gemessen werden.
  4. Montmartre: Das Künstlerviertel liegt auf einem 130 Meter hohen Hügel im 18. Arrondissement. Hier wirkten einst Picasso, Van Gogh und Toulouse-Lautrec; heute prägen Straßenkünstler den Place du Tertre. Krönung ist die Basilika Sacré-Cœur, zwischen 1875 und 1914 im romanisch-byzantinischen Stil erbaut und mit weißem Travertinstein verkleidet, der sich bei Regen selbst reinigt. Der Zugang zur Basilika ist kostenlos, der Aufstieg zur Kuppel kostet wenige Euro. Zur Basilika gelangen Sie über rund 200 Stufen oder bequem mit der Standseilbahn (Funiculaire), für die ein normales Metroticket gilt.
  5. Schloss Versailles: Das Schloss liegt rund 20 Kilometer südwestlich von Paris und ist mit der RER-Linie C in etwa 40 Minuten erreichbar (Station Versailles Château Rive Gauche). Von 1682 bis zur Revolution 1789 war es Residenz der französischen Könige. Der Spiegelsaal ist 73 Meter lang und mit 357 Spiegeln ausgestattet, der Park erstreckt sich über rund 800 Hektar. Der Eintritt in das Schloss kostet etwa 21 Euro, ein Kombiticket mit den Gärten und dem Trianon liegt bei rund 32 Euro. Montags ist das Schloss geschlossen. Planen Sie für einen Besuch mit Garten einen halben bis ganzen Tag ein.

Aktivitäten

  1. Bootsfahrt auf der Seine: Die klassische Rundfahrt dauert rund eine Stunde und kostet bei Anbietern wie den Bateaux Mouches oder den Vedettes du Pont Neuf etwa 15 bis 18 Euro. Sie starten meist in der Nähe des Eiffelturms oder am Pont Neuf und passieren Notre-Dame, das Musée d’Orsay und den Louvre. Besonders reizvoll ist die Fahrt in der Abenddämmerung, wenn die Uferbauten beleuchtet sind. Dinner-Kreuzfahrten mit Menü kosten je nach Anbieter ab rund 70 Euro pro Person.
  2. Spaziergang durch den Jardin du Luxembourg: Der Park im 6. Arrondissement erstreckt sich über 23 Hektar und ist kostenlos zugänglich. Rund um das Palais du Luxembourg, Sitz des französischen Senats, finden Sie gepflegte Rabatten, einen großen Wasserspiegel, auf dem Kinder Modellsegelboote steuern, sowie einen Obstgarten. Die grünen Metallstühle laden zum Verweilen ein; ein Picknick auf den Rasenflächen ist nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt.
  3. Fahrradtour entlang der Seine: Über das Leihsystem Vélib’ oder private Verleiher erkunden Sie die Stadt aktiv. Die Uferwege zwischen dem Eiffelturm und dem Jardin des Tuileries sind teils autofrei. Eine geführte Tour von zwei bis drei Stunden kostet rund 30 bis 45 Euro, ein Vélib’-Tagespass mit klassischem Rad nur wenige Euro. Achten Sie auf die eigenen Radwege und die Vorfahrtsregeln im dichten Stadtverkehr.
  4. Kulinarische Tour durch Paris: Geführte Food-Touren, etwa durch den Marais oder das Quartier Latin, dauern meist drei bis vier Stunden und kosten rund 90 bis 130 Euro pro Person. Auf eigene Faust probieren Sie ein Croissant in einer Boulangerie (etwa 1,20 bis 1,80 Euro), Käse auf einem Markt wie dem Marché Bastille (dienstags und sonntags) und ein Mittagsmenü (Formule) in einem Bistro ab rund 18 bis 25 Euro. Ein Glas Hauswein liegt bei etwa 4 bis 7 Euro.
  5. Shopping im Marais-Viertel: Das Marais im 3. und 4. Arrondissement verbindet Boutiquen, Vintage-Läden und Concept Stores. Rund um die Rue des Francs-Bourgeois und die Rue de Bretagne haben viele Geschäfte im Marais – anders als sonst in Paris üblich – auch sonntags geöffnet. Zwischendurch lohnt der Place des Vosges, der älteste geplante Platz der Stadt aus dem frühen 17. Jahrhundert, und der überdachte Markt Marché des Enfants Rouges für eine Essenspause.

Wichtige Informationen für Ihren Besuch in Paris:

  • Anreise: Paris ist per Flugzeug, Zug oder Auto erreichbar. Die internationalen Flughäfen sind Charles de Gaulle (rund 25 km nordöstlich) und Orly (rund 13 km südlich). Fernzüge halten unter anderem am Gare du Nord und am Gare de l’Est.
  • Öffentlicher Nahverkehr: Das Metronetz umfasst 16 Linien, ein Einzelticket kostet rund 2,15 Euro. Für Kurzbesucher lohnen sich Zehnerpakete, die Navigo-Easy-Karte oder ein Tagesticket ab etwa 8,65 Euro. Ergänzend gibt es RER-Züge, Busse und Straßenbahnen.
  • Kulturelle Gepflogenheiten: Beginnen Sie jede Interaktion mit einem „Bonjour”, das gilt als Grundregel der Höflichkeit. In Restaurants ist die Bedienung im Preis enthalten (service compris); ein kleines Trinkgeld von wenigen Euro oder rund 5 % ist bei gutem Service üblich, aber nicht verpflichtend.
  • Sicherheit: Achten Sie in der Metro und an belebten Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm, Sacré-Cœur und rund um den Louvre auf Taschendiebe. Tragen Sie Wertsachen körpernah und meiden Sie Straßenspiele und aufdringliche Armbändchen-Verkäufer.
  • Veranstaltungen und Festivals: Über das Jahr verteilt finden zahlreiche Events statt, darunter der Nationalfeiertag am 14. Juli mit Militärparade auf den Champs-Élysées und Feuerwerk am Eiffelturm, die Fête de la Musique am 21. Juni sowie die Modewochen im Frühjahr und Herbst. Im Sommer verwandelt „Paris Plages” die Seineufer in temporäre Strandzonen.

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